Algen im Aquarium bekämpfen

Wer kennt das Problem nicht? Algen im Aquarium – soweit das Auge reicht. Natürlich sind Algen hässlich und sehen alles andere als schön aus, weshalb man sie auch loswerden möchte. Es stellt sich nur die Frage, wie man hier am besten und natürlichsten vorgeht?

Durch was entstehen Algen überhaupt?

Algen entstehen, wenn Nährstoffe im Wasser vorhanden sind, welche nicht von den Pflanzen aufgebraucht werden können. Folgende Nährstoffe sind für Pflanzen wichtig:

  • Mikronährstoffe, wie Eisen und Magnesium, diese Nährstoffe können durch Dünger eingebracht werden
  • Makronährstoffe, darunter fallen Kalium, Nitrat und Phosphat.
  • Licht
  • CO2

Jetzt gibt es ein sogenanntes Minimumgesetzt. Stellen sie sich ein Aquarium mit allen Nährstoffen vor. Die Pflanzen haben von jeden Nährstoff genug und können wachsen. Sie brauchen allerdings auch alle Nährstoffe. Sollte nun ein Nährstoff fehlen, können die Pflanzen nicht mehr weiter wachsen und die restlichen Nährstoffe bleiben erhalten. Algen sind hier viel besser anpassungsfähig und können auch mit einem Teil der Nähstoffe gut wachsen. Es muss also dafür gesorgt werden, das immer genug Nährstoffe, von allen Sorten, vorhanden sind.

Welcher Nährstoff fehlt nun?

Im Prinzip fehlt es erstmal in jedem Aquarium an Mikronährstoffen. Eisen wird zum Beispiel sehr schnell von Pflanzen aufgebraucht und fehlt dann im Wasser. Sie müssen also als erstes mal dafür Sorgen, genug Mikronährstoffe in Ihr Aquarium zu bekommen. Dafür gibt es viele gute Dünger, ich würde Ihnen den Tetra PlantaMin, flüssiger Eisen-Intensivdünger empfehlen. Dieser Dünger diehnt als Grundgerüst für ein kräftiges Pflanzenwachstum.

Wie sieht es mit Licht aus?

Licht ist einer der wichtigsten Faktoren damit Pflanzen gut wachsen und somit die Nährstoffe für die Algen verbrauchen. Es gibt dafür spezielle Aquariumleuchtstoffröhren welche Sie auch unbedingt verwenden sollten. Gucken sie dazu mal auf Ihre alte Leuchtstoffröhre, dort finden Sie auf dem Aufdruck die Leistung der Leuchtstoffröhre und können danach eine neue kaufen.
Für ein normales 54l / 60cm Aquarium mit einer 15W Leuchtstoffröhre empfehle ich Ihnen die Glo Leuchtstoffroehre 15 W. Sollten sie ein 112l Aquarium mit 80cm Länge besitzen sind dort normalerweise 2 18W Leuchtstoffröhren eingebaut und sie könnten zum Beispiel eine Arcadia – Original Tropical und eine Arcadia – Freshwater verwenden. Sollten sie andere Wattzahlen eingebaut haben, müssen Sie darauf natürlich achten und eine entsprechen Leuchtstoffröhre kaufen. Ich empfehle als Hersteller Glo, Arcadia, Dennerle oder Juwel.
Leider ist die Leuchtstärke von Leuchtstoffröhren nicht immer ausreichen. Da es  aber technisch nicht möglich ist, stärkere Leuchstoffröhren einzubauen, gibt es noch einen kleinen Trick. Es geht bei Leuchtstoffröhren viel Licht nach oben verloren, welches man eigentlich gut und sinnvoll verwenden könnte. Dafür gibt es sogenannte Reflektoren, welche das Licht, dass nach oben strahlt, einfangen und nach unten reflektieren.


Achten sie einfach auf die passende Länge beim Einkauf. Die Reflektoren können sie einfach an ihre Leuchtstoffröhre, mit den mitgelieferten Clips, befestigen.

Natürlich ist es auch wichtig, lange genug für Licht im Aquarium zu sorgen. Es hat sich gezeigt das 11-13 Stunden ein optimaler Wert für ein gutes Pflanzenwachstum sind. Ob nun das Licht diese 11-13 Stunden am Stück an sein soll oder Mittags eine Pause von 2 Stunden eingelegt wird ist je nach Aquarium anders. Kommen sie mit Mittagspause einfach nicht gegen die Algen an entfernen Sie die Mittagspause und probieren es mal mit durchgehende Beleuchtung. Klappt allerdings eine durchgehende Beleuchtung nicht, können sie es einmal mit Mittagspause probieren. Meine persönliche Erfahrung ist, das beides funktionieren kann.

Und was hat es mit CO2 auf sich?

Pflanzen wandeln CO2 und Sauerstoff um, ohne CO2 können Pflanzen auch nicht wachsen. Natürlich erzeugen Fische, andere Lebenwesen und Baktieren im Aquarium CO2, aber dies reicht oftmals, bei dicht bepflanzten Aquarien, nicht aus. Aber dafür gibt es natürlich in der Aquaristik auch ein Hilfsmittel, sogenannte CO2 Anlagen. Weitere Infos zu den CO2 Anlagen und auf was Sie beim Einkauf achten sollten, finden Sie hier.

Und die Makronährstoffe?

Unter Makronährstoffe fallen Nitrat, Phosphat und Kalium. In den meisten Aquarien ist genug Kalium vorhanden, sodass ich Kalium hier erst mal außen vor lasse. Wichtig ist, das genug Nitrat und Phosphat vorhanden ist. Dabei sollte etwa die 10-15fache Menge an Nitrat gegenüber Phosphat vorhanden sein. Nitrat sollten mindestens 10mg/l, aber nicht mehr als 50mg/l sein. Hier hat man den Vorteil, dass man diese Werte mit Wassertests sehr gut messen kann. Folgende 2 Wassertests sind dazu unbedingt notwendig:



Sollten die Werte nun zu niedrig sein empfehle ich ein nachdüngen dieser Stoffe, dafür eignet sich A1 Daily NPK sehr gut.

Gibt es Tiere die Algen fressen?

Ja die gibt es tatsächlich. Allerdings werden die Tiere nicht alle Algen fressen, sie können nur unterstützend wirken. Zuerst sollte die Ursache beseitigt werden und dann können Sie mit algenfressenden Tieren nachhelfen. Für sehr große Aquarien über 300l eignen sich siamesische Rüsselbarben sehr gut. Leider werden diese Fische sehr groß und sind für kleinere Aquarien nicht geeignet. Auch sollten die siamesische Rüsselbarben immer in Gruppen gehalten werden, da sie sich dann wohler fühlen. Als weitere Möglichkeit bieten sich Zebra-Rennschnecken an. Diese Schnecken sind für Aquarien ab 54l wunderbar geeignet. Sie vermehren sich nicht im Aquarium und fressen ebenfalls sehr gerne Algen.

Kann ich nicht einfach Anti Algenmittel verwenden?

Bedenken sie immer, Algen sind ebenfalls Wasserpflanzen. Anti Algenmittel die Algen schädigen, schädigen auch ihre Wasserpflanzen und ohne Wasserpflanzen sammeln sich wieder Nährstoffe an, welche wiederrum zu Algen führen. Dies ist ein Kreislauf aus dem Sie nicht mehr herauskommen. Deshalb rate ich Ihnen dringend von diesen Algenmittel ab und würde auf natürliche Weise gegen Algen vorgehen.

Sollten sie dies nun alles beachten steht einen prachtvollen, algenfreien Aquarium nichts mehr im Weg.

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